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Monatsarchiv für Januar 2009

Freie Editoren braucht das Land

Donnerstag, den 29. Januar 2009

Geht es um Text-Editoren für MacOS X führt kaum ein Weg an TextMate vorbei, als freie Alternative ist Smultron sehr beliebt.

Mit MacVim steht nun aber auch endlich ein vernünftiger Port des Unix-Veteranen Vim zur Verfügung, welcher nichts mit der veralteten Carbon-Version zu tun hat. Vim hat zwar eine deutlich steilere Lernkurve als andere Editoren, hat man die Bedienung aber einmal gemeistert, wird man mit ungeahnter Flexibilität und Effizienz belohnt. Da MacVim typische Tastaturkürzel wie ⌘Z, ⌘V und ⌘A versteht, können sich Neulinge langsam an die Bedienung des Editors heranzutasten ohne sofort eine Vielzahl an Kommandos lernen zu müssen. Darüber hinaus bietet das Programm transparente Hintergründe, einen Vollbild-Modus sowie volle Unterstützung für Multibyte-Text. Insgesamt eine sehr gelungene Portierung, welche die Vorzüge von Vim und MacOS X optimal verbindet.

Links:
MavVim FAQ
The Vi Lovers Home Page
Graphical vi-vim Cheat Sheet and Tutorial
Meine .vimrc (ausführlich kommentiert)

Nützliches für die Kommandozeile

Mittwoch, den 21. Januar 2009

Nachdem MacOS X ja bekanntlich über einen Unix-Kern verfügt, steht ein Großteil der bekannten Kommandozeilen-Werkzeuge zur Verfügung. Zusätzlich gibt es aber auch noch einige macspezifische Kommandos, von denen wir heute einige vorstellen wollen.

  • pbcopy / pbpaste: mit Hilfe dieser beiden kleinen Helfer hat man von der Kommandozeile aus Zugriff auf die Zwischenablage.  So kopiert z.B. cat .ssh/id_pub.dsa | pbcopy einen öffentlichen SSH-Schlüssel in diese, so dass man diesen dann einfach mittels Apfel-V in der grafischen Oberfläche einfügen kann. Analog kann so im GUI kopierter Text im Terminal verwendet werden, beispielsweise um diesen mit “grep” zu durchsuchen: “pbpaste | grep foo
  • say: dieses nette Tool erlaubt die Verwendung des systemeigenen Speechsynthesizers in der Shell: say “Hello”. Alternativ kann man mit dem Parameter “-f” auch ein zu lesendes File übergeben. Standardmäßig kommt dabei die in den Systemeinstellungen verwendete Stimme zum Einsatz, dies kann mittels “-v” aber geändert werden.  Dies ist einerseits eine unterhaltsame Spielerei, kann aber andererseits auch von echtem Nutzen sein, zum Beispiel wenn man über die Beendigung eines lange laufenden Shell-Prozesses benachrichtigt werden will, in diesem Fall einem Download mittels curl: curl -O http://link.to.file/bigfile && say “Download finished”
  • softwareupdate: dieses Kommando erlaubt das Einspielen von Systemaktualisierungen von der Kommandozeile. So zeigt etwa softwareupdate -l eine Liste aller verfügbarer Aktualisierungen, während softwareupdate -i -a alle verfügbaren Updates automatisch installiert, womit es sich hervorragend für die Automatisierung mittels at oder cron eignet. 
  • screencapture: OS X-Neueinsteiger fragen sich oft wie man denn auf einfache Weise einen Screenshot erstellen kann, die nicht unbedingt intuitive Antwort lautet Apfel-Shift-3. Alternativ kann dies aber auch von der Kommandozeile erfolgen. So erzeugt beispielsweise das Kommando  screencapture ~/Desktop/`date +”%Y%m%d”`.png einen Screenshot mit dem aktuellen Datum (im Format JJJJMMTT) auf dem Desktop des jeweiligen Benutzers. Das Tool verfügt über einige Parameter, mit denen sich auch interaktive Screenshots (Apfel-Shift-4)  anfertigen lassen.

Viel Spaß beim Arbeiten mit der Kommandozeile!

Werbefrei

Mittwoch, den 14. Januar 2009

Werbung in Webseiten ist lästig, da sie nicht nur die Ladezeit der aufgerufenen Seite unnötig erhöht, sondern – besonders im Fall großer animierter Flashbanner – auch von der Benutzung der Seite ablenkt bzw. den eigentlichen Inhalt manchmal sogar gänzlich verdeckt. Aus diesem Grund gibt es auch diverse Tools um sich ihrer zu entledigen, so zum Beispiel das bekannte Firefox-Plugin Adblock Plus. Anders sah es da bisher bei Safari aus, wo diverse Werbeblocker gemeinhin als Hacks implementiert wurden, welche einerseits die Stabilität des Browsers beeinträchtigen konnten und andererseits nach Updates auch oft den Dienst verweigerten. Damit ist jetzt aber Schluss, denn mit GlimmerBlocker gibt es endlich eine stabile und zukunftssichere Lösung, welche darüber hinaus auch noch browserunabhängig ist.

Übersicht der GlimmerBlocker Filtermöglichkeiten

Übersicht der GlimmerBlocker Filtermöglichkeiten

GlimmerBlocker ist als HTTP-Proxy implementiert, welcher bequem über ein PrefPane konfiguriert wird. Bei der Installation werden auch die Netzwerkeinstellungen automatisch angepasst, so dass alle Applikationen welche ihre Proxykonfiguration von dort beziehen von nun an den neuen Proxy verwenden (Firefox oder der Windows Messenger müssen manuell konfiguriert werden). Diese Architektur erlaubt es GlimmerBlocker und den eingesetzten Browser unabhängig voneinander aktualisieren zu können ohne Wechselwirkungen befürchten zu müssen. Allerdings hat dies auch zur Folge, dass gewisse Funktionen die man von anderen Werbeblockern kennt nicht zur Verfügung stehen, so z.B. das Blockieren eines Bildes per Rechtsklick oder das Filtern von Drittanbieter-Cookies. Durch seine vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten und Flexibilität (CSS-Regeln, JavaScript und HTML-Transformation) macht GlimmerBlocker dieses Manko aber durchaus wett, besonders nett ist dabei die Funktion den Proxy-Server im Netz freizugeben, so dass dieser auch von eventuell vorhandenen iPhones, iPods und anderen Computern verwendet werden kann.

GlimmerBlocker ist freie Software und steht unter der GPLv3.